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Gott in den Mittelpunkt rücken

Mein heu­ti­ger Leser­brief in der WN und Gre­ve­ner Zei­tung. Beach­te am Ende auch die wei­ter­füh­ren­de Anmer­kung und die Links am Ende des Bei­trags.

Dem Ehe­paar Ahlert wird mit dem Abriss sein Lebens­mit­tel­punkt genom­men. Daß sie dar­über ver­är­gert und trau­rig sind ist ver­ständ­lich. Aber Tat­sa­che ist doch lei­der, daß „nur“ noch die äuße­ren Hül­len (Gebäu­de) ver­schwin­den. Kir­che fin­det bereits seit Jahr­zehn­ten kaum noch statt. Wir leben in der größ­ten Glau­bens- und Kir­chen­kri­se der Kir­chen­ge­schich­te. Die Mes­se ist zum Event ver­kom­men in dem sich der Mensch in den Mit­tel­punkt stellt. Das Pro­fa­ne in den Got­tes­dienst­räu­men, in den lit­ur­gi­schen Gewän­dern und in der Lit­ur­gie ist unwür­dig und absto­ßend und för­dert, wie wir nach 50 Jah­ren immer mehr fest­stel­len müs­sen nicht den christ­li­chen Glau­ben. Daß der Taber­na­kel mit dem Aller­hei­ligs­ten nicht mehr, wie Jahr­hun­der­te zuvor, im Zen­trum der Kir­che, son­dern im Abseits steht, ist eins der deut­lichs­ten sicht­ba­ren Zei­chen der Got­tes­ver­drän­gung. Wenn wir Men­schen wie­der Gott in den Mit­tel­punkt unse­res Lebens rücken, wenn wir unse­re Kir­chen­ge­bäu­de wie­der aus­schließ­lich für das nut­zen, für das sie einst gebaut wur­den – für Anbe­tung, Opfer und wür­di­gen Sakra­ments­emp­fang – dann muß man sie auch nicht abrei­sen. Holen wir die Besen und den ande­ren Unrat aus den Beicht­stüh­len und set­zen wir wie­der unse­re Pries­ter zum Beicht­hö­ren hin­ein, stel­len wir den Taber­na­kel wie­der in den Mit­tel­punkt unse­rer schö­nen Kir­chen, las­sen wir die Pries­ter wie­der in den Kir­chen die „Mes­se aller Zei­ten“ (irre­füh­rend auch „tri­den­ti­ni­sche Mes­se“ genannt) lesen, so wird unser eifer­süch­ti­ger Gott (1. Gebot) uns erhö­ren und uns gute Bischö­fe und Pries­ter sen­den. Die Zeit der Kirch­ab­ris­se, die Zeit des Pries­ter­man­gels und die Glau­bens- und Kir­chen­kri­se wären vor­bei. Jeden Tag ein Gebet zum Hei­li­gen Joseph, dem Schutz­pa­tron der hei­li­gen Kir­che, in die­sem Anlie­gen ist etwas was jeder Christ tun kann.

Anmerkung

In einem Gespräch vor weni­gen Tagen mit Gläu­bi­gen aus Gre­ven zum bevor­ste­hen­den Abriß der zwei Kir­chen, beklag­te sich eine Bekann­te dar­über, daß eine stadt­be­kann­te nicht­ka­tho­li­sche Per­son des öffent­li­chen Lebens die Kom­mu­ni­on in die Tasche steck­te. Dar­über war die Bekann­te sehr erschüt­tert. Ich war eher erschüt­tert, daß die­se Per­son über­haupt die Kom­mu­ni­on bekam. Dar­auf wur­de mir geant­wor­tet, daß die Kir­che die Inter­kom­mu­ni­on frei­stellt. Dem ist nicht so!

Darf die Eucha­ris­tie auch an nicht­ka­tho­li­sche Chris­ten gespen­det wer­den?

Die hei­li­ge Kom­mu­ni­on ist Aus­druck der Ein­heit des Lei­bes Chris­ti. Zur Katho­li­schen Kir­che gehört, wer in ihr getauft ist, ihren Glau­ben teilt und in Ein­heit mit ihr lebt. Es wäre ein Wider­spruch, wür­de die Kir­che Men­schen, die den Glau­ben und das Leben der Kir­che (noch) nicht tei­len, zur Kom­mu­ni­on ein­la­den. Die Glaub­wür­dig­keit des Zei­chens der Eucha­ris­tie wür­de Scha­den lei­den. [1398 – 1401]

(You­cat, 1. Auf­la­ge 2010, 222)

Die schwe­re Sün­de wur­de nicht sei­tes der Per­son began­gen, die die Kom­mu­ni­on in die Jacken­ta­sche steck­te, son­dern von dem Pries­ter, der die­se Per­son zur Kom­mu­ni­on zuließ.

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2 Kommentare

  1. Ein gelun­ge­ner Bei­trag, den ich ger­ne auf mei­nem Blog kirchfahrter.wordpress.com wie­der­ge­ben wer­de.

    Der Appell, Gott in den Mit­tel­punkt zu rücken, wird am Groß­teil der lit­ur­gi­schen Funk­ti­ons­trä­ger völ­lig vor­bei gehen, die in der Mes­se weni­ger an einer Got­tes­of­fen­ba­rung, dafür aber umso mehr an per­sön­li­cher Selbst­dar­stel­lung inter­es­siert sind. Wohl aus die­sem Grund dege­ne­rier­ten Eucha­ris­tie­fei­ern flä­chen­de­ckend zu per­fekt cho­reo­gra­phier­ten Kol­lek­tiv­ver­samm­lun­gen mit einem durch­ge­stal­te­ten Grup­pen­ani­ma­ti­ons­pro­gramm. Nicht der Kon­takt zu Gott steht dort zu oft im Mit­tel­punkt, son­dern eine sys­te­ma­ti­sche Päd­ago­gi­sie­rung und pene­tran­te Indok­tri­nie­rung der Got­tes­dienst­be­su­cher. „Das Ritu­al wird zur Gleit­schie­ne der Bevor­mun­dung. Die Unter­ord­nung des Ritu­als unter die Wort­ver­kün­di­gung kon­sti­tu­iert einen ideo­lo­gi­sie­rend-dis­zi­pli­nie­ren­den Zwang …“ (A. Loren­zer: „Das Kon­zil der Buch­hal­ter – Die Zer­stö­rung der Sinn­lich­keit. Eine Reli­gi­ons­kri­tik“, 1988, S. 81f.).

    Soli­de Mess­fei­ern, die sich nicht als ein „krea­tiv gestal­te­ter“ Gemein­schafts­kult ent­pup­pen, bei denen man fort­wäh­rend den spon­ta­nen lit­ur­gi­schen Ein­fäl­len der Pfar­rer und dem Selbst­dar­stel­lungs­drang ambi­tio­nier­ter Lai­en aus­ge­setzt ist, sind im sog. „ordent­li­chen Ritus“ kaum noch auf­zu­fin­den. Andacht und Samm­lung sind (zumin­dest für mich) extrem schwie­rig, wenn es bei­spiels­wei­se beim Frie­dens­gruß zu lächer­li­chen Auf­füh­run­gen kommt – ange­streng­te Rumpf­beu­gen über meh­re­re Bän­ke und meis­tens unver­bind­lich-all­ge­mei­nes Her­um­win­ken. Auch der oft­mals anzu­tref­fen­de Applaus für Orga­nis­ten, Mess­die­ner oder sons­ti­ge „Mit­wir­ken­de“ wider­spricht der Ehr­furcht vor dem Mys­te­ri­um. Flüch­ti­ge bis feh­len­de Ehr­furcht der oft in lege­rer Frei­zeit­klei­dung erschei­nen­den Lai­en vor dem Taber­na­kel und eine lär­mi­ge Bus­hal­te­stel­len-Atmo­sphä­re vor Mess­be­ginn las­sen eher auf ein Büh­nen­pro­gramm als die Gegen­wart des Herrn schlie­ßen.

    Papst Bene­dikt XVI. führt in sei­nem Buch „Der Geist der Lit­ur­gie“ (2. A., 2007) auf Sei­te 170 dazu aus: „Wo immer Bei­fall für mensch­li­ches Machen in der Lit­ur­gie auf­bricht, ist dies ein siche­res Zei­chen, dass man das Wesen der Lit­ur­gie gänz­lich ver­lo­ren und sie durch eine Art reli­gi­ös gemein­ter Unter­hal­tung ersetzt hat. Sol­che Attrak­ti­vi­tät hält nicht lan­ge; auf dem Markt der Frei­zeit­an­ge­bo­te , der zuse­hends For­men des Reli­giö­sen als Kit­zel ein­be­zieht, ist die Kon­kur­renz nicht bestehen.“

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