IT Projekte & clevere Lösungen für Verlage, Buchhändler & Vereine

„Ich krame, also bin ich ... auf der Suche ... nach den Wundern der Musik“

Volker Rebell

Im Bett, im Wald oder beim Schrau­ben am Fahr­rad hör­te ich als Kind und Jugend­li­cher viel Radio. Aber nicht nur Radio für Spio­ne und inter­kon­ti­nen­ta­len Rund­funk, wo mich Län­der in deut­scher Spra­che erreich­ten, hör­te ich. Ich hör­te natür­lich auch sehr viel Musik. Rock und Pop-Musik, über die wir dann auf dem Schul­hof und anders­wo stun­den­lang plau­der­ten. Unse­re Sen­der waren NDR2 und HR3, die wir mit ent­spre­chen­den Anten­nen emp­fan­gen konnten.

Dazu lasen wir, wenn es denn mög­lich war, Melo­die und Rhyth­mus, um an Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen und Details zu den Künst­lern und ihren Songs zu kom­men. Auch uralte Hef­te waren in der DDR begehr­te Tauschobjekte.

1980 zog ein Teil mei­ner Fami­lie von Wei­mar nach Erfurt um. Ich hat­te durch den Wech­sel in eine ande­re Stadt noch mehr Zeit, Radio zu hören, und so ent­deck­te ich eines Abends Vol­ker Rebells Kram­la­den im HR3. Zunächst vier­wö­chent­lich (Don­ners­tag – bin mir da aber nicht mehr sicher), ab Janu­ar 1986 wöchent­lich, lausch­te ich fast jede Sen­dung. Im Mai 1986 wur­de ich zum Mili­tär­dienst ein­ge­zo­gen und war ein hal­bes Jahr in Nord­deutsch­land in einer HR3-frei­en Zone. Spä­ter an der Inner­deut­schen Gren­ze in Tref­furt war der HR-Emp­fang auch mit einem klei­nen Taschen­ra­dio pro­blem­los mög­lich. Und so hör­te ich eini­ge Sen­dun­gen in der Kaser­ne oder beim Grenz­dienst, was natür­lich ver­bo­ten war und mili­tär­straf­recht­li­che Ver­fol­gung zur Fol­ge gehabt hätte.

Es gab dann von Mit­te 88 bis zur Wen­de eine län­ge­re Zeit, in der ich ohne Radio leben muß­te, sodaß ich ab Janu­ar 1990 um so inten­si­ver Radio hör­te. Vol­kers Kram­la­den, nun mit einer Sen­de­zeit von mehr als einer Stun­de, war ein fes­tes Ele­ment mei­nes Hör­pro­gramms. Mit Satel­lit und Inter­net erreich­te mich der Kram­la­den in jeder Stadt. 2004 wur­de er in hr3-Rebell umbe­nannt und Ende 2008 die Sen­dung abge­setzt. Seit Janu­ar 2009 erscheint der Kram­la­den alle zwei Wochen Don­ners­tag um 23 bei ByteFM im Live­stream. Heu­te lade ich mir für län­ge­re Auto­fahr­ten Kram­lä­den herunter.

Am 22. 10. hör­te ich Mar­tin Gal­lop das ers­te Mal im Radio. Bei der Recher­che nach ihm ent­deck­te ich Lil­ly Among Cloud. Die­se bei­den neu­en Ent­de­ckun­gen nahm ich zum Anlaß, erst­ma­lig Vol­ker Rebell zu schrei­ben, um zu fra­gen, ob er denn bei­de Künst­ler bereits in sei­nem Laden aus­ge­kramt hat. Dem klei­nen E-Mail-Aus­tausch folg­te ein Tref­fen auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se. Den Mann zu tref­fen, des­sen Sen­dun­gen ich vor 37 Jah­re das ers­te­mal im Radio hör­te, ist schon etwas, was mich zutiefst beweg­te. Unge­fähr zwei Stun­den hat­ten wir Zeit, uns zu unterhalten.

Fotos:
Anten­nen: Aad van der Drift (CC-BY-2.0)
Vol­ker Rebell: Jens Falk

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Fatal error: Allowed memory size of 104857600 bytes exhausted (tried to allocate 32768 bytes) in /kunden/299091_48268/jens-falk.de/wp-includes/functions.php on line 435